23.05.2026
Beobachtungstipp – Vögel der Nacht
In den kommenden schönen Frühsommernächten lohnt sich für Vogelbeobachtende auch eine nächtliche Kartierfahrt, um den Vögeln der Nacht zu begegnen. In allen Lebensräumen sind dabei schöne und spannende Begegnungen mit z.T. selteneren und besonders interessanten Arten möglich.
In Wäldern und Grünanlagen machen um diese Jahreszeit die bettelnden Jungvögel der Eulen wie Waldohreule und Waldkauz mit auffälligen Rufen auf sich aufmerksam. In Laubwäldern kommt dazu die Waldschnepfe mit ihren eigentümlichen Balzflügen. In sehr offenen Nadelwäldern und Heiden ist in manchen Gebieten der eigentümliche Gesang der Nachtschwalben (besser als Ziegenmelker bekannt) zu hören.
In offenen Lebensräumen der Agrarlandschaft, vor allem aber in feuchten Niederungsgebieten und Flussauen und in Gewässernähe erweitert sich das Artenspektrum erheblich. Der Wachtelkönig kommt in einigen Gebieten wie der Hellwegbörde in Getreidefeldern und Brachen vor, lebt sonst aber vor allem in Feuchtwiesen und Auen. Sein nächtlicher Gesang („crex -crex“) ist weit zu hören. In der Agrarlandschaft wird er von Wachtel, Rebhuhn und Sumpfrohrsänger begleitet. Aus feuchten Hochstaudenfluren singt der Feldschwirl und mit etwas Glück vielleicht auch einmal der in NRW extrem seltene Schlagschwirl. Wird es noch nasser, können Teichrohrsänger, Wasserralle und vielleicht auch das seltene Tüpfelsumpfhuhn dazu kommen.
Alle genannten Arten stehen als im Fokus des Vogelmonitorings. Für einige von ihnen gibt es spezifische Erfassungsprogramme im Rahmendes Monitorings seltener Brutvögel, aber auch für die aktuelle ADEBAR-2-Kartierung sind sie von besonderem Interesse. Alle Beobachtungen sollten daher auf jeden Fall mit dem richtigen Brutzeitcode via ornitho.de bzw. NaturaList gemeldet werden.
Gute Gründe, sich auch einmal eine vogelkundliche Nacht um die Ohren zu schlagen!
Ralf Joest
https://nw-ornithologen.de/index.php/aktivitaeten
